Quadriga | Brandenburger Tor

 

Die Seite gehört zum Modul Perspektiven auf das Brandenburger Tor

 

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Bild 1 | Quadriga auf dem Brandenburger Tor | Bildnachweis (CC BY SA Jörg M. Unger, Foto von 2010, via Wikimedia): Bild anklicken

 

Die Quadriga – erst Friedensgöttin Eirene, dann Siegesgöttin Viktoria

Die aus Kupferblech gefertigte Quadriga („Vierergespann“) auf dem Brandenburger Tor wurde 1793, also zwei Jahre nach der Fertigstellung des Tors vom Künstler Johann Gottfried Schadow angefertigt. Ursprünglich sollte die Figur auf dem Wagen (Bild 2) die Friedensgöttin Eirene darstellen. Ihre Gesichtszüge sollen denen der preußischen Königin Luise nachempfunden sein. Auch im Fries unterhalb der Quadriga ist Eirene zu sehen (Bild 3). Nachdem die Quadriga 1806 von Napoleon nach Paris entführt worden war, wurde sie 1814 unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit wieder nach Berlin zurückgeholt. Die Figur wurde umgedeutet – jetzt sollte sie die römische Siegesgöttin Viktoria darstellen. Sie erhielt einen Stab, der an römische Feldzeichen erinnert. Der Stab zeigt ein Eisernes Kreuz in einem Lorbeerkranz (er soll an die in den Befreiungskriegen getöteten Soldaten erinnern), und darüber den preußischen Adler als Symbol für das preußische Königshaus und somit für preußische Stärke (Bild 4). So konnte sich sowohl die junge Nationalbewegung, als auch die preußischen Könige mit dem Brandenburger Tor identifizieren. Es gilt deshalb bereits seit 1814 als wichtiges politisches Symbol. Ab 1871 wurde das Tor mit der Quadriga zum deutschen Nationalsymbol schlechthin.

Die Quadriga wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Das Brandenburger Tor wurde  in den 1950er Jahren von Ost- und West-Berlin gemeinsam wieder aufgebaut. Während Ost-Berlin das Tor renovierte, wurde die Quadriga in einer West-Berliner Gießerei rekonstruiert. Noch während des Krieges waren Gipsabrücke der Quadriga angefertigt worden, die jetzt als Vorlage dienten. Im August 1958 wurde die Quadriga zum Tor gebracht – mit preußischem Adler und Eisernen Kreuz. Die DDR-Führung ließ vor der Aufstellung im September beide Symbole entfernen – nur der Lorbeerkranz blieb. Die Symbole wurden bei der Renovierung der Quadriga in den 1990er Jahren wieder hinzugefügt.

 

 

 

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Bild 2 | Detail | Siegesgöttin Viktoria (oder Friedensgöttin Eirene)

 

 

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Bild 3 | Detail | Relief auf dem Sockel der Quadriga: Friedensgöttin Eirene

 

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Bild 4 | Detail | Eisernes Kreuz im Lorbeerkranz, darüber der preußische Adler

 

 

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Bild 5 | Die rekonstruierte Quadriga wird 1958 auf das Brandenburger Tor montiert – ohne Eisernes Kreuz und preußischen Adler | Bildnachweis (CC BY SA Bundesarchiv Bild 183-58697-0001): Bild anklicken