Der ideale Mann – die ideale Frau | Rollenbilder

Imperium Romanum | Modul 10 | Quellen untersuchen: Textquellen | Mann und Frau ◻◻ mittel | ca. 30 min

roemisch-familiaGrabstein einer römischen Familie aus den Vatikanischen Museen (Foto von 2009) | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Agnete, Ehepaar mit Kind, CC BY 3.0, Wikimedia): Bild anklicken

 

In der römischen Antike waren Männer und Frauen nicht gleichgestellt. Der Mann galt als pater familias, also als Familienoberhaupt. Er konnte über seine Frau, seine Kinder und auch die in römischen Haushalten lebenden Sklaven entscheiden. Frauen hingegen konnten nur eingeschränkt über Geld zu verfügen und keine politischen Ämter wahrnehmen. Sie blieben (mit wenigen Ausnahmen) ihr Leben lang rechtlich von Männern abhängig: Zuerst von ihren Vätern, später von ihren Ehemännern. Starb der Vater vor der Hochzeit einer Römerin, übernahmen andere männliche Verwandte (Onkel, Bruder ect.) die Rolle des Vormunds. Im Vergleich zur griechischen Gesellschaft genossen sie aber auch einige Freiheiten. In Rom war es nicht verpönt, dass sich Frauen am öffentlichen Leben und der Gesellschaft beteiligten. Wie selbstständig sie ihr Leben führen konnten, war letztlich stark von ihrer Herkunft und Familie abhängig. Reiche Römerinnen schafften es teilweise, sich über ihre rechtlichen Einschränkungen hinwegzusetzen; Sklavinnen hingegen waren völlig rechtlos.

Sowohl von Frauen als auch von Männern wurden in der römischen Gesellschaft bestimmte Eigenschaften erwartet – sie wurden an Idealvorstellungen gemessen. Die Standards dieser Rollenvorstellungen waren in den Kreisen der reichen und mächtigen Senatoren besonders hoch. Unten findest du zwei Briefe Plinius des Jüngeren (ca. 61 bis ca. 115), einem Anwalt und Senator, der während der römischen Kaiserzeit lebte. Sein wohl bekanntester Brief beschreibt den Ausbruch des Vesuvs und die Zerstörung Pompejis im Jahr 79. Plinius beobachtete das Geschehen aus sicherer Entfernung. Überliefert sind aber noch viele andere seiner Briefe – dafür sorgte er selbst, indem er sie noch zu seinen Lebzeiten veröffentlichte.

 

 

Aufgaben

In den Auszügen aus den beiden Briefen formuliert Plinius seine Idealvorstellung eines Mannes und einer Frau. Sie können uns Aufschluss über die Rollenbilder von Mann und Frau in der römischen Kaiserzeit geben.

quellen

 

1 | Lies dir Quelle 1 durch. In diesem Brief lobt der Autor Minicius Acilianus, den er für einen geeigneten Heiratskandidaten für die Nichte eines anderen Freundes hält. Liste die Eigenschaften auf, die Plinius seinem Freund zuschreibt.

 

2 | Lies dir nun Quelle 2 durch. In diesem Brief lobt Plinius seine dritte Ehefrau Calpurnia. Liste auch hier die von Plinius beschriebenen Eigenschaften seiner Frau auf.

 

3 | Beide Briefe zeichnen ein Rollenbild des idealen Mannes und der idealen Frau - nach Vorstellung von Plinius.

a) Erkläre, wie die beiden Rollenbilder zum Verhältnis von Mann und Frau (wie es im Einleitungstext dieses Moduls beschrieben wird) passen.

b) Liste jeweils drei Eigenschaften eines idealen Mannes und einer idealen Frau auf - so wie du dir sie heute vorstellst.

Drei Eigenschaften des idealen Mannes

Drei Eigenschaften der idealen Frau

 

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder – einfach mit Stift und Papier –  in deine Geschichtsmappe schreiben.
Du kannst die Antworten aber auch direkt unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Das ist allerdings nicht mit allen Geräten möglich. Hier erhältst du weitere Informationen.

Stichworte zum Modul Der ideale Mann- die ideale Frau – Rollenbilder | Street View | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Geschlechtergeschichte | Gender

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