Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit

Proteste, Reformation und Kriege | Modul 7 | Verstehen und Urteilen | Ausgrenzung und Verfolgung | ◻◻ mittel | ca. 40 min | optionale vertiefende Aufgabe: 10 min

HexenverfolgungFlugblatt mit der Darstellung einer Hexenverbrennung in Derenburg, 1555 | Bild vergrößern und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken

 

Harry Potter hat in den letzten Jahren große Begeisterung für Hexen, Magier oder „schwarze Magie“ entfacht. Auf Hexenpartys, an Halloween oder Karneval sieht man viele Hexen- oder Zauberer-Kostüme. Im 16. und 17. Jahrhundert wären die Menschen nicht auf die Idee gekommen, sich als Hexe oder Magier zu verkleiden. Allein der Verdacht, jemand sei der Hexerei verfallen und stünde mit dem Teufel im Bunde, reichte damals aus, um als Hexe oder Hexer verurteilt und hingerichtet zu werden.

Viele Menschen denken, wenn sie von „Hexen“ oder „Hexerei“ hören, an das Mittelalter. Es stimmt zwar, dass auch schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts (also noch am Ende des Mittelalters) Menschen wegen des Vorwurfs der Hexerei verurteilt und hingerichtet wurden. Aber erst im 16. und 17. Jahrhundert erreichte die Hexenverfolgung ihren Höhepunkt. Nach heutigen Schätzungen wurden in der frühen Neuzeit in verschiedenen europäischen Ländern zwischen 40.000 und 60.000 Menschen wegen des Vorwurfs der Hexerei getötet, davon etwa die Hälfte auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation (so die damalige Bezeichnung des Herrschaftsgebietes des deutschen Kaisers; hier eine Karte von 1648). Etwa drei Viertel der Hingerichteten waren Frauen, ein Viertel Männer.

Die Gründe, weshalb den Menschen vorgeworfen wurde, sie hätten Hexerei betrieben, scheinen uns heute ziemlich verrückt.In diesem Modul erfährst du erstens an einem Beispiel, wofür der Vorwurf der Hexerei erhoben wurde. Zweitens lernst du die Auswirkungen der Hexenverfolgung in Bamberg kennen.

 

Aufgaben

1 | Betrachte das folgende Bild und lies dir die Hinweise durch (fahre dabei mit der Maus über die roten Punkte).

 Bildnachweis: Public Domain (via Wikimedia)

Um das Bild besser zu verstehen, lies dir folgende Hinweise zu seiner Entstehung durch.

Der Holzstich „Der Hexensud“ eines unbekannten Zeichners findet sich in der Schrift „Tractatus de laniis et phitonicis mulieribus“ (deutsch: „Von den Unholden oder Hexen“) des Juristen Ulrich Molitor, die 1489 erstmals erschien und weite Verbreitung fand. Molitor behauptet, dass Frauen als Ketzerinnen zu verurteilen seien, wenn sie von Gott „abgefallen“ seien. Er lehnte aber die verbreitete Vorstellung ab, dass sich Menschen auf ein Bündnis mit dem Teufel einlassen könnten. An einen Schadenszauber (wie auf dem Holzstich dargestellt) glaubte er deshalb nicht.

Der Holzstich wurde zur Illustration (also zur „Bebilderung“) in seine Schrift eingefügt, steht aber nicht in direktem Zusammenhang zum Text. Das Bild stellt also eine Szene dar, die Molitor eigentlich kritisieren wollte. Die meisten Menschen konnten nicht lesen, die Aussage des Bildes über den „Wetterzauber“ aber konnte jeder verstehen. So könnte das Bild in der Öffentlichkeit eine größere Wirkung entfacht haben als der kritische Text Molitors.

a) Beschreibe mit eigenen Worten, was unter dem Vorwurf des "Wetterzaubers" zu verstehen ist.

b) Beschreibe, wie die beiden Frauen dargestellt werden und welche Aussage das Bild damit über angebliche "Hexen" transportieren will.

 

2 | Auf den Seiten des Bayerischen Rundfunks findest du eine Darstellung über die Hexenverfolgung in Bamberg (eine Stadt im Norden von Bayern). Dort wurden im 17. Jahrhundert besonders viele Menschen wegen des Vorwurfs der Hexerei verurteilt und hingerichtet. Der Artikel "Beschuldigt, gefoltert, verbrannt" gibt dir Hinweise, welche Ursachen und Motive bei der Hexenverfolgung eine wichtige Rolle spielten. Lies dir zunächst den Artikel durch.

a) Recherchiere mit Hilfe einer Suchmaschine, was das Wort Denunziation bedeutet.

b) Notiere aus dem Artikel "Beschuldigt, gefoltert, verbrannt" wichtige Ursachen und Motive für die Hexenverfolgung in Bamberg.

c) Beurteile: Was ist von den Vorwürfen aus Aufgabe 1 angesichts deiner Ergebnisse in Aufgabe 2 b) zu halten?

d) Der kurze Zeitungsartikel "Ein Denkmal dort, wo früher "Hexen" brannten" (auf den Seiten von welt.de) berichtet, dass in Bamberg ein Denkmal für die Opfer der Hexenverfolgung errichtet werden soll. Was hältst du von einem solchen Denkmal?

 

Vertiefende Aufgabe | optional | Dauer: ca. 10 min

3 | Zusatzaufgabe | Gab es Hexenverfolgungen auch in der Nähe deines Wohnortes? Versuche dich mit Hilfe einer Suchmaschine zu informieren.

 

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder – einfach mit Stift und Papier –  in deine Geschichtsmappe schreiben.
Du kannst die Antworten aber auch direkt unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Das ist allerdings nicht mit allen Geräten möglich. Hier erhältst du weitere Informationen.

Stichworte zum Modul Hexenverfolgung | Reformation | Kriege | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Frühe Neuzeit | Hexen | Hexenprozesse | Wetterzauber | Bamberg

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