Römisches Militär | Die Trajanssäule

Imperium Romanum | Modul 4 | Quelle untersuchen: Relief | Krieg ◻◻ mittel | ca. 40 min

LegionRömische Legionäre mit ihrer Ausrüstung, Darstellung auf der Trajanssäule in Rom, Foto von 2008 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (MatthiasKabel, 04 colonna traiana da ovest 01b, CC BY-SA 3.0, Wikimedia): Bild anklicken

 

 

In der Nähe des Forum Romanum in Rom steht die 35 Meter hohe Trajanssäule. Wie ein Band ist ein etwa 200 Meter langes Relief (eine in Stein gehauene dreidimensionale Bildfläche) um die Säule gewickelt, der die Kriege Kaiser Trajans gegen die Daker im Gebiet des heutigen Rumäniens in etwa 100 Bildszenen nacherzählt. Die Anfang des 2. Jahrhundert errichtete Säule ist eine der wenigen Quellen, die uns Auskunft über das Aussehen römischer Legionäre gibt.

Hier einige Informationen über das römische Militär:

  • Das römische Heer war in Legionen organisiert. Das Wort leitet sich ab vom lateinischen Verb legere (lesen; legio: ich lese) und bedeutet in diesem Zusammenhang Auserlesene.
  • Zu Beginn des Imperium Romanum gab es zunächst nur eine Legion. Später kamen immer mehr Legionen hinzu. Im 2. Jahrhundert, in dem das Römische Reich unter Kaiser Trajan seine größte Ausdehnung erreichte (siehe Modul: Rom | Vom Dorf zur Weltmacht), gab es etwa 30 Legionen mit einer Stärke von maximal 5500 römischen Legionären. Im Kriegsfall wurde die Anzahl der Soldaten um etwa gleich viele Auxiliare (Hilfstruppen) verdoppelt. Das Imperium Romanum verfügte somit über (schwankend) 100.000 bis 150.000 Soldaten, was bei einer Gesamtbevölkerungszahl von geschätzt 60 Millionen Menschen gar nicht so viel ist – vergleichbar etwa mit der Stärke der Bundeswehr im Verhältnis zur heutigen Bevölkerungszahl in Deutschland.
  • Legionäre waren in der Kaiserzeit Berufssoldaten. Ihre Ausrüstung wurde ihnen vom Staat zur Verfügung gestellt. Sie wog etwa 40 kg – die Legionäre mussten sie selber tragen! Nach 16 Jahren in der Legion erhielten die Soldaten bei ihrer Entlassung aus dem Militärdienst ein Stück Land.

 

Aufgaben

1 | Auf dem Foto der Trajanssäule (Ansicht von Südost) sind vier gelbe Punkte, die dir einige Informationen über die Säule geben, und neun rote Punkte, bei denen einige Bildausschnitte vergrößert werden, markiert.

a) Schau dir die Säule und die einzelnen Bilder in Ruhe an und lies dir die zusätzlichen Informationen durch.

 

Bildnachweis: MatthiasKabel, Trajans column from SE, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia | Eine Großansicht des Fotos der Säule kannst du dir hier anschauen

 

b) Informiere dich erstens mit Hilfe der folgenden Quelle und zweitens auf der Seite von Die Römer Online über das Aussehen und die Ausrüstung römischer Legionäre. Zähle die Ausrüstungsgegenstände stichwortartig auf.

 

Quelle | Polybios: Historien (Sechstes Buch, Übersetzung; Stuttgart 1973, S. 32ff.) | Polybios war ein griechischer Geschichtsschreiber. Er lebte von ca. 200 v. Chr. bis ca. 120 v. Chr. In seinem bekanntesten Werk "Historíai" findet sich eine der wenigen genaueren Beschreibungen römischer Legionäre überliefert.

Zur vollständigen römischen Rüstung gehört zuerst der Türschild (scutum). Die Breite seiner gewölbten Oberfläche beträgt fünf halbe Fuß (ca. 74 cm), die Länge vier Fuß, (die Dicke) des Schildrandes macht eine Handbreite aus. Er ist aus einer doppelten Bretterschicht mit Hilfe von Rinderleim zusammengefügt, an der Außenfläche mit Leinwand, dann mit Kalbsleder überzogen. Den Rand bedeckt oben und unten ein eisernes Band, durch das er gegen Schwerthiebe und zugleich gegen Beschädigungen beim Aufsetzen auf den Boden geschützt wird. Außerdem ist an dem Schild auch noch ein eiserner Buckel angebracht, der kräftige Steinwürfe, Sarissen (Lanzen) und überhaupt Geschosse mit großer Durchschlagskraft abwehrt. Neben dem Türschild gehört das Schwert (gladius) zur vollständigen Rüstung. Man trägt es am rechten Schenkel und nennt es iberisches Schwert. Dieses Schwert hat eine vorzügliche Spitze und eine Schneide, mit der man beidseitig kräftige Schläge führen kann, weil die Klinge fest und unbiegsam ist. Außerdem gehören zwei Wurfspieße (pila), ein eherner Helm (cassis) und Beinschienen (ocreeae) zur Ausrüstung. Von den Wurfspießen gibt es zwei Arten, dicke und dünne. Von den festeren gibt es runde und vierkantige, die runden haben einen Durchmesser von einer Handbreite. Die dünnen, die sie neben den erwähnten tragen, gleichen Jagdspeeren von mäßiger Größe. Bei allen diesen Spießen beträgt die Länge des Holzschaftes ungefähr drei Ellen (1,33 m). (…) Außerdem schmücken sie sich noch mit einem Kranz von drei senkrecht stehenden, purpurnen oder schwarzen Federn, die etwa eine Elle (44 cm) lang sind (crista galea). Wenn zu der übrigen Ausrüstung diese Federn auf den Kopf gesetzt werden, erscheint der Mann doppelt so groß und bietet einen schönen, für den Feind aber furchterregenden Anblick. Die meisten nehmen noch eine eherne Platte dazu, eine Spanne (22 cm) lang und breit, die sie vor die Brust heften und Brustpanzer (pectorale) nennen. Damit ist ihre Ausrüstung vollständig.

 

c) Suche einen typischen Legionär im Relief der Trajanssäule, der alle Ausrüstungsgegenstände mit sich trägt. Versuche, diesen Legionär in deiner Geschichtsmappe abzuzeichnen.

 

2 | Die Truppen Trajans bestanden aus römischen Legionären und aus Auxiliares (Hilfstruppen). Versuche mit Hilfe einer Suchmaschine herauszufinden, wie sich das Aussehen der Hilfstruppen von den Legionären unterschied.

 

3 | Das Erkennungssymbol jeder Legion war das Signum (Feldzeichen). Beschreibe kurz das Aussehen der Feldzeichen und suche eine Szene auf der Trajanssäule, in der die Feldzeichen zu sehen sind.

 

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder – einfach mit Stift und Papier –  in deine Geschichtsmappe schreiben.
Du kannst die Antworten aber auch direkt unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Das ist allerdings nicht mit allen Geräten möglich. Hier erhältst du weitere Informationen.

Stichworte zum Modul Römisches Militär | Legion | Legionäre | Ausrüstung  | Trajan | Trajanssäule | Rom | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Denkmal | Polybios

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