Moderner Krieg? | Quellen

 

Die Quellen gehören zum Modul Moderner Krieg?

 

Quelle 1 | Ernest Brooks: Erste britische Tanks (Panzer) während der Schlacht an der Somme bei Thiepval, Foto von 1916 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken 

Erster Weltrkieg Panzer

 

Quelle 2 | William Ivor: Britisches Geschütz (Haubitze) während der Schlacht an der Somme, Foto von 1916 | Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken 

Geschütz

 

Quelle 3 | Luftbild der British Airforce: Giftgasangriff zwischen Carnoy und Montauban während der Schlacht an der Somme, Foto von 1916 | Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken 

Giftgas

 

Quelle 4 | Unbekannter Fotograf: Kampfflugzeug Fokker E.II „Eindecker“, Foto von 1915 | Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken 

Luftkrieg

 

Quelle 5 | Unbekannter Fotograf: Unterseeboote im Hafen von Kiel, Foto von 1914 | Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken 

UBoote

 

Quelle 6 | John Warwick Brooke: Getötete Britische Soldaten mit Maschinengewehr und Gasmasken während der Schlacht an der Somme, Foto von 1916 | Bildnachweis (Public Domain, Wikimedia): Bild anklicken 

Gaskrieg

 

 

Quelle 7 | Fahrer Otto Maut: Brief an seine Familie vom 10. August 1916, Favreuil | aus: Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz (Hg.): Die Deutschen an der Somme 1914-1918. Krieg. Besatzung. Verbrannte Erde. Essen 2006, S. 95f.; mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber.

Will Euch mitteilen, dass ich vergangene Nacht fast ums Leben gekommen wäre. […] auf einmal schlugen Schrapnell* in uns mitten hinein. Sofort lagen alle 4 Gäule da, mich und meinen Vorderreiter schlug es in die Gäule hinein, dabei verwickelte ich mich noch in das Handstück, und solange ich mich losmachte, schlug auf uns wieder ein Schrapnell ein. Dann schlüpften wir 2 Fahrer und der Begleitsmann, der bei uns war, unter den Wagen hinunter, und dann schlugen nochmals 3-4 auf den gleichen Platz über unsern Gäulen ein. Mein Sattelgaul war sofort tot, die anderen 3 lebten noch, aber alle Füße hatte es ihnen abgeschlagen. Mir hat es soweit nichts getan als ein Stein schlug es mir auf die Brust, wo ich eine kleine Wunde habe. Mein Vorderreiter hatte ein Loch in der Stirn von einer Schrapnellkugel und sonst noch einige Löcher im Fuß, der Begleitsmann hatte das Gesicht und den linken Arm voll Löcher, der Unteroffizier, der bei uns war, verband dann den anderen Fahrer, und dann schossen sie so fürchterlich, dass wir nicht vor noch zurück konnten.

*Schrapnell: mit Metallkugeln gefüllte Granate

 

Quelle 8 | Sergeant Karl Eisler: Bericht (vom August 1916) über den 1. Juli 1916 | aus: Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz (Hg.): Die Deutschen an der Somme 1914-1918. Krieg. Besatzung. Verbrannte Erde. Essen 2006, S. 158f.; mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber.

Draußen dämmert der Morgen des 1. Juli, ich kraxle gegen 1/2 4 Uhr aus unserem Unterstand, um zu lauschen, wo das Feuer liegt. […] es riecht stark nach bitteren Mandeln; es kann vermutlich Blausäure sein. Eine milchig weiße, träge Wand wälzte sich langsam unserm Dorfe zu. Von unserem Infanteriereserveregiment 111 kommt die Meldung aus Fricourt, der Engländer füllt seine Gräben, überall riecht’s nach Blausäure, wir wissen auch, dass bei Blausäure unsere Gasmasken nicht schützen. […] Was heute der 1. Juli alles bringen mag? Vielleicht überleben wir ihn nicht mehr – diese Gedanken kreuzten das Gehirn von vielen. […] Mit tiefem Weh denken wir an unsere Kameraden von der Infanterie im Graben; wieviele werden wohl noch von einer Kompanie am Leben sein; wieviele kampffähige Kameraden wird wohl ein Bataillon oder ein Infanterieregiment noch haben!?

 

Quelle 9 | Stabsarzt Hugo Natt: Tagebuch vom 23. November 1916, Miraumont | aus: Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz (Hg.): Die Deutschen an der Somme 1914-1918. Krieg. Besatzung. Verbrannte Erde. Essen 2006, S. 101f.; mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber.

Hier ist der Boden so tief schlammig, dass man bis weit über die Knöchel im Schlamm watet. Zu den Seiten sieht man die zerschossenen Reste der Häuser von Miraumont. Dauerndes Artilleriefeuer, das über uns weg auf die Batterien geht. Klarer, kalter Morgen. Über ein Dutzend englische Flieger tummeln sich in der Luft. Überall tiefe Granattrichter, meist bis oben mit Wasser gefüllt. An deren Rand tastet man sich durch den Schlamm. Dann wieder zerschossene und umgestürzte Baumstämme, über die man hinüber klettert. Dann eine schauderhafte Gruppe von Leichen, etwa 6, die Körper zerfetzt, mit Blut und Schlamm bedeckt. Von dem einen ist der Kopf halb abgeschossen, ein Stück weiter liegt ein abgeschossenes Bein, ein paar Leiber sind so ineinander verschlungen, dass man unter der Schlammschicht die einzelnen Körper nicht unterscheiden kann. Dann wieder einzelne Leichen. Es geht in schnellem Tempo weiter. Immer wieder sehen wir nach den Fliegern, die oben kreisen. Wie Hühner, wenn oben ein Habicht kreist. Da bleibt Leutnant Klein stehen: über uns direkt ein englischer Flieger, der plötzlich einen ganz scharfen Bogen fliegt. Wir warten schon auf Artilleriefeuer auf dieses vermeintliche Signal. Da plötzlich kracht es ganz nahe, dann noch einmal: er hat 2 Bomben auf uns abgeworfen.

 

Quelle 10 | Unteroffizier Gustav Krauß: Undatierter Bericht über den 20. Juli 1916 | aus: Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz (Hg.): Die Deutschen an der Somme 1914-1918. Krieg. Besatzung. Verbrannte Erde. Essen 2006, S. 118f.; mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber.

Die ganze Nacht hindurch dauerte die Schießerei an, die ganze Front war unruhig. Wir hatten noch an unserem Loch gebaut und es gegen Einsturz etwas abgestützt. […] Inzwischen war es hell geworden, und ich verteilte schnell noch die eingetroffene Post. Der bei mir befindliche Ersatzreservist Küpper bekam auch die lang ersehnte Post, und er zeigte sie mir noch freudestrahlend. Ich selbst begab mich ans Lesen, da steigerte sich das Feuer zum Trommelfeuer und begannen die Maschinengewehre zu rattern. Ich lief rasch auf meinen Platz in der Mitte des Zugs. Kaum war ich um die Schulterwehr, als 1 Granate an einem Baum zersprang und den ganzen Segen uns in den Graben warf. Mein Putzer brüllte noch laut, er hatte einige Spritzer bekommen. Als ich zurücksah, lag der Reservist Küpper tot im Graben. Es war ihm die Schädeldecke abgerissen, und das ganze Gehirn hing an der Grabenwand.

 

Quellen | hier auch als pdf