“Was soll ich denn machen?” | Frauen in der DDR

Deutsche Demokratische Republik | Modul 4 | Quellen untersuchen: Textquellen | Gleichberechtigung ◻◻ mittel | ca. 30 min | optionale, vertiefende Aufgabe: 20 min

Kindergarten in Stalinstadt (ab 1961: Eisenhüttenstadt), Foto vom 21. August 1954 | Vollständiges Bild und Bildnachweis (Bundesarchiv Bild 183-26012-0004, Eisenhüttenstadt, Kindergarten I, Sandkasten, CC BY-SA 3.0 DE, Wikimedia): Bild anklicken

 

Als ein wichtiges politisches Ziel galt in der DDR bereits seit ihrer Gründung die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Anders als in der Bundesrepublik Deutschland, wo noch bis in die 1960er Jahre am traditionellen Familienmodell (Rollenaufteilung: Mann arbeitet, Frau als Mutter und Hausfrau) festgehalten wurde, schuf die DDR-Führung Voraussetzungen dafür, dass Frauen einen Beruf ergreifen konnten. Als wichtige Voraussetzung hierfür wurden schon ab den 1950er Jahren Kindergärten und Kinderkrippen eingerichtet. In den 1980er Jahre betrug die Beschäftigungsquote von Frauen etwa 90 Prozent (in Westdeutschland damals nur etwa 50 Prozent). Symbolisch fand die Gleichberechtigung im Internationalen Frauentag ihren Ausdruck: Wie in allen sozialistischen Staaten wurde den Frauen jeweils am 8. März große Beachtung geschenkt, während der Tag in Westdeutschland kaum eine Rolle spielte.

Die DDR-Führung verfolgte mit der Gleichberechtigung auch das Ziel, dem Arbeitskräftemangel nach dem Zweiten Weltkrieg (in dem überproportional viele Männer im arbeitsfähigen Alter ums Leben gekommen waren) entgegenzuwirken. Auch in der DDR lebte die Vorstellung lange weiter, dass Haushalt und Kinder in den „Zuständigkeitsbereich“ der Frauen fallen. Deshalb waren viele berufstätige Frauen mit Familie und Kindern einer anstrengenden Doppelbelastung ausgesetzt.

 

Aufgaben

Öffne die Seite mit den Quellen.

quellen

 

1 | Lies dir die Quellen 1 und 2 durch, die das "Idealbild" der Frau in der Gesellschaft der DDR deutlich machen. Beschreibe jeweils die in den Quellen formulierten Merkmale dieses Idealbildes.

Quelle 1 | Entschließung Frauenkongress

Inge Lange: Frauenpolitik

Quelle 2 | Inge Lange: Frauenpolitik

 

2 | Lies dir anschließend Quelle 3 durch.

a) Erkläre, worauf sich die Frage "Was soll ich denn machen?" der im Frauenmagazin "Für Dich" portraitierten Regina W. bezieht.

b) Die Doppelbelastung von Frauen betreffs der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist kein Problem nur der DDR - sie besteht oft bis heute weiter. Wie erlebst du dieses Problem in deinem Umfeld? Welche Lösungsansätze sind deiner Meinung nach sinnvoll?

 

Vertiefende Aufgabe | optional | Dauer: ca. 20 min

3 | Im Bericht Wenn Mutti früh zur Arbeit geht auf den Seiten des Deutschlandfunks erfährst du weitere Hintergründe und Informationen zur Gleichstellungspolitik in der DDR.

a) Beschreibe, wie die Ziele der Gleichstellungspolitik erklärt werden.

b) Welche der im Artikel vorgestellten Maßnahmen der Gleichstellungspolitik hältst du für sinnvoll - und welche nicht?

 

Die Antworten zu den Aufgaben kannst du entweder – einfach mit Stift und Papier –  in deine Geschichtsmappe schreiben.
Du kannst die Antworten aber auch direkt unter den Aufgaben eingeben und anschließend ausdrucken oder als pdf abspeichern. Das ist allerdings nicht mit allen Geräten möglich. Hier erhältst du weitere Informationen.

Stichworte zum Modul Frauen in der DDR | Geschichte | Geschichtsunterricht | Unterricht | Gleichstellung von Mann und Frau | Kinderkrippen | Kindergarten | Frauentag | Vereinbarkeit Beruf und Familie

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